Onychomykose - Nagelpilz
Pilze sind pflanzenähnliche Lebewesen. Von den etwa 300.000 bekannten Pilzarten befallen nur wenige den Menschen - etwa 80% der Pilze gehören der Pilzfamilie der Fadenpilze (Dermatophyten) an. Sie ernähren sich von der Hornsubstanz (Keratin) der obersten Hautschichten und des Nagels.
Entstehung
Pilze befallen selten ganz gesunde Nägel, sie können nur in die Haut und die Nägel eindringen,
wenn diese vorgeschädigt sind.
Etwa 90 % der Nagelpilzinfektionen betreffen Fussnägel, ca. 10 % die Fingernägel.
Ein wichtiger Grund für diese Verteilung ist die Wachstumsgeschwindigkeit der Nägel. Je langsamer der
Nagel wächst, desto anfälliger ist er für Pilze.
Die Fingernägel wachsen mit ca. 3-4 mm pro Monat doppelt so schnell wie Fussnägel mit
ca. 1-2 mm monatlich. Je älter der Mensch wird, umso langsamer wachsen die Nägel.
Förderlich für einen Pilzbefall sind mechanische Schäden des Nagels - alles was den Nagel
drückt, staucht oder quetscht, z. B.:
- enge Schuhe
- Arbeitsschuhe mit Eisenkappen
- Sportarten wie Squash oder Tennis (bei plötzliche Stoppbewegungen)
- Ballett-Tanzen
- Wandern
Bei der Infektion dringen die Pilze meist am Nagelrand in den Nagel und das Nagelbett ein und wachsen rasch nach innen. Sie zerstören die Nagelplatte und befallen die Wachstumszone des Nagels, sodaß er gelb-weißlich und verkrümmt nachwächst (Dystrophie der Nagelplatte).
Behandlungsmöglichkeiten
Ein Nagelpilz kann innerlich oder äußerlich bekämpft werden. Ärztliche Fachgesellschaften empfehlen das gefürchtete "Ziehen" eines Nagels heute nicht mehr.
- Basisbehandlung: Aufweichen der Nägel mit Harnstoff oder Salizylsäure
- Pilzlack: Die Präparate werden je nach Herstellerangaben regelmäßig aufgetragen.
- Medizinische Fußpflege: Abtragen der Nägel mit speziellen Fräsen.
- Erhitzung durch den Nd:YAG-Laser: Zerstörung der Pilze im Nagel und im Nagelbett mittels Hitze.
- Systemische Therapie (Tabletten): Bei einem Befall von über 50% der Nägel
Wer eine Nagelpilz-Behandlung begonnen hat, braucht viel Geduld, denn sie kann langwierig sein. Wichtig ist außerdem das entsprechende Präparat genau nach Vorschrift anzuwenden, um den Erfolg der Therapie nicht zu gefährden.
Verhaltensmassnahmen
Nagelpilze sind grundsätzlich ansteckend - wenn auch die Ansteckungsgefahr nicht sehr groß ist.
Etwa 20 % aller Westeuropäer leiden an Fuß- oder Fußnagelpilzen, Pilzbefall der Fingernägel ist
sehr viel seltener.
Der Pilzbefall von Nägeln ist zwar häßlich, aber harmlos. Nur bei sehr kranken Menschen mit
gestörtem Immunsystem kann die Pilzinfektion gefährlich werden.
Sorgen Sie während und nach einer Nagelpilzbehandlung dafür, dass die gesunden
Nagelteile nicht immer wieder neu infiziert werden. Als eine sinnvolle Maßnahme
hat sich die Desinfektion von Schuhen und Strümpfen erwiesen. Dazu sprühen
Sie die Schuhe mit einem speziellen Desinfektionsspray ein. Wäsche mit einem
Vollwaschmittel bei mindestens 60°C tötet lebende Pilzerreger in den Strümpfen ab,
niedrigere Temperaturen sind dagegen nicht ausreichend